14.01.2020 |
Reportage

Der Sound der Stadt

Jede Stadt hat wiederkehrende Töne und Geräusche, die zum alltäglichen Leben dazugehören und ein Stück Identität des Ortes ausmachen. In Freiburg gibt es einige davon: der Glockenschlag zur vollen Stunde, der Verkehr am Place du Tilleul, der Bahnlauf der Funikular, das Naturspiel an der Staumauer Magere Au. Eine Gemeinsamkeit gibt es: alle Geräusche, die wir im Alltag hören, sind durch die Hand von Menschen entstanden. Und genau die Klänge aus dem Alltag erzählen ein Stück Geschichte. Sie erzählen auch die Geschichte von Grossfreiburg, die schon vor längerer Zeit begann.

Da ist zum Beispiel der Glockenschlag der Kathedrale St. Nikolaus, der zur vollen Stunde alles übertönt und so einprägend ist wie das 74 Meter hohe Gebäude selbst, das aus dem Stadtbild nicht wegzudenken ist. Zweihundert Jahre dauerte der Bau der Kathedrale von 1283 bis 1490. Eine Meisterleistung, die uns mitnimmt in die Vergangenheit. Nun schlägt die Stundenglocke mit dem Geläut von 13 Glocken und mit elektrischem Läuteantrieb zu den Betzeiten um 7, 12 und 19 Uhr und um 22:15 erklingt die Barbaraglocke zum Armeseelenläuten.

Etwas unterhalb der Kathedrale wurde die Standseilbahn 1899 in Betrieb genommen. Damals ein Meilenstein verband sie das Arbeiterquartier in Neuveville mit dem Quartier der Oberstadt. Die Funikular ist die letzte original erhaltene Standseilbahn, die nach dem Prinzip des Gegengewicht ihren Antrieb erhält. Sie speist die Energie aus Wasser aus dem Abwassernetz der Stadt und bietet ebenso geruchsinnliche Eindrücke.

Etwas typisches von Freiburg ist der Klang des fliessenden Gewässers an verschiedenen Punkten in den Gemeinden Grossfreiburgs. Der Staudamm in der Mageren Au ist so ein Beispiel der Widersprüchlichkeiten. Im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums sollte das Elektrizitätswerk die Haushalte und Unternehmen mit der nötigen Energie versorgen, heute ist in dem Gebiet rund um die Magere Au mit dem Pérolles-See am Fuß der Stadt ein Naturschutzgebiet entstanden.  

Als ich vor zwei Jahren über die geplante Fusion Grossfreiburgs erfuhr, war ich überrascht - denn damals hatte ich den Eindruck, dass diese Gemeinden bereits zusammengehören. Ein Grund war die enge infrastrukturelle Nähe. Der Busverkehr ist so ein Beispiel. Es gibt bestimmte Buslinien im Betriebsnetz, deren Strecke teilweise oder ganz mit einer Oberleitung elektrisiert wurde: die Buslinie 1 von Granges-Paccot über Poya-Pérolles nach Marly, die 2 von Schönberg nach Villars-sur-Glâne und Linie 3 von Givisiez nach Charmettes. Die Trolleybuslinien gingen schrittweise ab dem Jahr 1949 in Betrieb und fahren noch heute.

 

Youtube Audio- und Videomaterial: 

  • Funimag - Funiculaire Neuveville-Saint Pierre à Fribourg, Suisse / Nikon D90 Quasimodo
  • Sonneur-de-Cloches - Fribourg (CH-FR) cathédrale St Nicolas - plénum

 


 

Divers·e·s représentant·e·s de la société civile se sont porté·e·s volontaires pour créer des chroniques sur les histoires, les personnalités et les particularités qui caractérisent leur commune. Au travers de leurs publications, ces personnes externes à l'Assemblée constitutive explorent l’identité du Grand Fribourg. Elles abordent aussi différents sujets en lien avec la fusion des communes.

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Cindy Nezzar

Fribourg