Was die Gemeinde Freiburg zu Grossfreiburg beiträgt

Point Fort Grand Fribourg

Eine Stadt, in der zwei Sprachregionen aufeinandertreffen. Als Drehscheibe zwischen der Deutschschweiz und der Romandie bietet Freiburg Zugang zu beiden Kulturen.

Die Unterstadt – ein wichtiges kulturelles Erbe. Die mittelalterlichen Gassen und die fast 200 Häuser mit gotischen Fassaden in den Quartieren Burg, Au und Neustadt machen die Unterstadt zu einer der grössten mittelalterlichen Anlagen Europas.

Ein dynamisches Kulturangebot. Freiburg ist bekannt für sein breites Spektrum an kulturellen Aktivitäten. Davon zeugen die sehr bekannten Anlässen wie das FIFF (Internationales Filmfestival Freiburg), die RFI (Internationales Folkloretreffen Freiburg), das Festival Belluard Bollwerk International, das Internationale Festival für geistliche Musik oder der berühmte St. Nikolaustag.

 

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Die Stadt Freiburg zählt derzeit 37’937 Einwohnerinnen und Einwohner und erstreckt sich auf beiden Seiten der Saane über eine Fläche von 9,3 km2. Sie wurde auf einer Schleife mit Blick auf den Fluss errichtet. Ihr hügeliges Relief ist charakteristisch für die Stadt. Seit dem Mittelalter bis heute wurden auf beiden Seiten der Saane zahlreiche Brücken gebaut. Von unten nach oben ist Freiburg auf vier Ebenen angelegt: Ganz unten befinden sich die Quartiere Au und Neustadt – auch Unterstadt genannt. Auf den Felsen folgt das Burgquartier, anschliessend die Quartiere Places, Pérolles, Jura und Bürglen und ganz oben liegen Schönberg und Beauregard.

 

Fribourg ist eine der neun Gemeinden, die zum Einzugsgebiet der Fusion Grossfreiburgs gehört. Entdecken Sie das Extrablatt der Fusionszeitung für Freiburg – mit einem Editorial von Stadtammann Thierry Steiert und einem Interview mit der Vize-Stadtpräsidentin Antoinette de Weck.

Was bedeutet die Fusion für Freiburg? Die am häufigsten gestellten Fragen

Heute ist der Stadtrand von Freiburg sehr verkehrsreich. Wird die Fusion Lösungen im Bereich der Mobilität bringen?

Ja, das Fusionsprojekt sieht eine starke Entwicklung im Bereich der Mobilität vor. Geplant ist eine Investition von mehr als 300 Millionen Franken, um Grossfreiburg mit einer Verkehrsinfrastruktur (öffentlicher Verkehr und Langsamverkehr) auszustatten, die mit derjenigen von Schweizer Grossstädten vergleichbar ist. Ziel ist es, jeden Punkt des Grossfreiburger Streckennetzes in weniger als 15 Minuten zu erreichen: von Schönberg nach Avry oder von Belfaux nach Marly. Die Tarife werden überprüft: das Fusionsprojekt ermöglicht eine veränderte Verkehrsfinanzierung und die Kostenübernahme von Abonnements für Jugendliche in Ausbildung und Seniorinnen und Senioren, ohne dass für die Gemeinde zusätzliche Kosten entstehen. Das Fusionsprojekt sieht auch eine allgemeine Tarifsenkung und die Schaffung einer einzigen Tarifzone für Grossfreiburg vor (derzeit gibt es zwei, was einen Teil der Einwohnerinnen und Einwohner benachteiligt).

Wird der Steuersatz sinken, wenn es zu einer Fusion kommt?

Ja. Der Steuersatz der fusionierten Gemeinde wird sowohl für natürliche als auch für juristische Personen zwischen 70 und 73% der kantonalen Grundsteuer betragen. Derzeit liegt der Satz in der Gemeinde Freiburg bei 80%.

Diese Spanne wurde auf der Grundlage einer umfassenden wirtschaftlichen und finanziellen Analyse jeder Gemeinde berechnet, die ab Herbst 2018 durchgeführt wurde. Die Analyse berücksichtigt die im Mai 2019 auf Bundesebene und im Juni 2019 auf kantonaler Ebene verabschiedete Unternehmenssteuerreform sowie die Finanzplanung der Gemeinden des Einzugsgebiets. Sie wird im Frühjahr 2021 auf den neusten Stand gebracht, um insbesondere die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gemeindefinanzen zu berücksichtigen.

Wenn die Steuern niedriger sind, werden dann auch die Dienstleistungen im Vergleich zum heutigen Angebot in Freiburg abgebaut?

Nein. Die Bündelung der Ressourcen der neun Gemeinden stellt sicher, dass die fusionierte Gemeinde über eine solide finanzielle Gesundheit verfügen wird. Die Analyse der konstituierenden Versammlung zeigt, dass die neue Gemeinde über Gesamteinnahmen von 390 Millionen Franken, einen Cash-Flow von fast 50 Millionen Franken und über eine Investitionskapazität zwischen 350 und 400 Millionen Franken verfügen wird. Diese solide finanzielle Grundlage garantiert der zukünftigen Gemeinde die Mittel, um die Dienstleistungen auf dem gesamten Gemeindegebiet aufrechtzuerhalten und Verbesserungen sicherzustellen, insbesondere im öffentlichen Verkehr, im gesellschaftlichen Leben und bei den Dienstleistungen für die Bevölkerung.

Wird es weniger Geld für die Kultur und den Sport geben?

Nein. Die konstituierende Versammlung erhielt in ihrer Finanzanalyse und im Budgetvoranschlag alle Subventionen vollumfänglich aufrecht, die die Gemeinden Grossfreiburgs, die Agglomeration Freiburg und Coriolis Infrastrukturen derzeit an lokale, sportliche und kulturelle Vereine vergeben.

Was bietet die Fusion hinsichtlich Umwelt und Lebensqualität an?

Die konstituierende Versammlung schlägt vor, sich auf erneuerbare Energien zu konzentrieren und das höchste Energiestadt-Label anzustreben. Sie empfiehlt die Einführung einzigartiger und harmonisierter Konzepte für die Energie- und Wasserbewirtschaftung, die Abfallsammlung und gegen das Littering. Im Bereich der Unterhaltsarbeiten schlägt die konstituierende Versammlung beispielsweise vor, den Einsatz von Herbiziden und die Ausbringung von Salz im Winter zu reduzieren. Die Bereiche Unterhalt und Technik bieten zusammen ein interessantes Potenzial zur Harmonisierung und Verbesserung der Dienstleistungen zugunsten der Bevölkerung.

Kann sich Freiburg aus dem Fusionsgebiet zurückziehen?

Ja. Eine Gemeinde kann sich aus dem Projekt zurückziehen und aus dem provisorischen Gemeindegebiet ausscheiden. Ebenso kann sich eine weitere Gemeinde am Projekt beteiligen und das provisorische Gemeindegebiet ergänzen. Die konstituierende Versammlung Grossfreiburgs kann dieses mit einer Zweidrittelmehrheit anpassen. Der Entscheid der Bevölkerung jeder Gemeinde anlässlich der Konsultativabstimmung vom 26. September 2021 sowie auch die Meinung der Behörden (Gemeinderat, Generalrat) sind für die konstituierende Versammlung ausschlaggebend, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Nach der Anpassung des Gebiets, grundsätzlich noch vor Ende des Jahres 2021, wird die konstituierende Versammlung ihr Projekt fortsetzen. Die Gemeinden, die aus dem Gebiet ausgeschieden sind, haben allerdings kein Mitspracherecht mehr und werden von den kantonalen Finanzhilfen für die Fusion ausgeschlossen.