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22.03.2021 |
Berichte & Fusionskonzept

Das Fusionsprojekt entspricht den hohen Erwartungen der Wirtschaft

Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Wirtschaft hat die zahlreichen Erwartungen der Wirtschaft betreffend der Fusion Grossfreiburgs zusammengetragen. Ganz oben auf der Liste der Anliegen der konstituierenden Versammlung Grossfreiburgs stehen die Stärkung des Kantonszentrums auf der Sprachgrenze, die Vereinfachung der Beziehungen zwischen Gemeinde und Unternehmen sowie die Sicherstellung der Erreichbarkeit der Firmen durch die Entlastung des Verkehrs. Die Fusion wäre insbesondere eine gute Gelegenheit, um die institutionellen Strukturen zur Unternehmensförderung zu entwirren und den Unternehmen eine zentralisierte Anlaufstelle zur Verfügung zu stellen. Dafür zuständig wäre eine mit der Wirtschaftsförderung delegierte Person, die für die Unterstützung der Unternehmen in allen Belangen im gesamten Einzugsgebiet verantwortlich ist.

Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe (AG) Wirtschaft tagte zwischen November 2020 und März 2021 neun Mal. An fünf Sitzungen wurden insgesamt 25 Repräsentantinnen und Repräsentanten der im Gebiet Grossfreiburg aktiven Wirtschaftsakteure(1) angehört, um zu erfahren, welche Erwartungen sie an die fusionierte Gemeinde haben. Sowohl für die kleinen als auch die grossen Unternehmen scheinen die Gemeindegrenzen nicht mehr entscheidend zu sein. Die Geschäftsstrategien schliessen heute nämlich das gesamte Einzugsgebiet ein und richten sich auf den kantonalen Markt aus. Die grössten Unternehmen sind sogar auf dem gesamtschweizerischen und dem internationalen Markt tätig. Für die Befragten ist die Besteuerung juristischer Personen ein wichtiger, aber nicht der ausschlaggebende Faktor für die Standortwahl der Unternehmen. Andere Kriterien sind entscheidender für ihre Geschäftsaktivitäten. Die AG stellt fest, dass das Fusionskonzept der konstituierenden Versammlung den Erwartungen entspricht, insbesondere in den Bereichen Mobilität, Sprachen und der Vereinfachung der Beziehungen zwischen Gemeinde und Unternehmen. Ebenso erfüllt es die Ansprüche in Bezug auf die Ausschöpfung des Entwicklungspotenzials von Grossfreiburg und die Schaffung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen.

Eine erhöhte Schlagkraft

Die Wirtschaft ist sich mit der konstituierenden Versammlung einig, dass die Fusion die Sichtbarkeit und die Ausstrahlung von Grossfreiburg fördern kann. Die Fusion könnte die Positionierung der Kantonshauptstadt und des Kantons auf nationaler Ebene stärken, aber insbesondere auch auf internationaler Ebene. Der Tourismus, das Hotel- und Gastgewerbe und die international ausgerichteten Unternehmen würden direkt davon profitieren. Die anderen Sektoren hätten indirekte Vorteile. Vereinfachung und Harmonisierung Die Wirtschafsakteure erwarten ebenfalls eine Vereinfachung der administrativen Beziehungen zur politischen Gemeinde. Von den Öffnungszeiten der Geschäfte bis hin zu den verschiedenen Regelungen im Bereich Gebühren und Abfall führt die Fusion zu bedeutenden Vereinfachungen für Unternehmen und Privatpersonen. Die im Fusionskonzept Grossfreiburgs vorgesehene Harmonisierung der Abläufe sowie die Professionalisierung der Dienststellen werden positiv wahrgenommen.

Eine zentralisierte Anlaufstelle für Unternehmen

Die Unternehmen sind heute mit einer Vielzahl von institutionellen Ansprechpartnern konfrontiert. Sie fordern deshalb die Schaffung eines zentralisierten Schalters, der sie in ihren Anliegen unterstützen kann. Dieser Ansprechpartner hat den Auftrag, alle Anfragen der Unternehmen zu sammeln und die Weiterverfolgung der Dossiers durch die verschiedenen zuständigen Dienststellen sicherzustellen. Die Unternehmen brauchen eine Anlaufstelle, die Verfahren auf allen Ebenen und im gesamten Gebiet erleichtern kann, unabhängig davon, ob es sich um eine Ausschreibung, die Suche nach neuen Räumlichkeiten oder einer Lösung im Energiebereich handelt. Die Ad-hoc-AG Wirtschaft spricht sich für die Schaffung einer Delegiertenstelle für Wirtschaftsförderung aus. Als Beispiel wurde von den Befragten auf das Modell der Gemeinde Freiburg verwiesen.

Die Erreichbarkeit der Unternehmen sicherstellen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft stellen ebenfalls hohe Ansprüche an die Mobilität. Die Gemeindefusion bietet die Gelegenheit, um eine bessere Lösung für die Mobilität im gesamten Einzugsgebiet zu finden. Einerseits soll der Zugang der Kundschaft zu den Unternehmen gewährleistet werden. Andererseits sollen auch die Unternehmen ihre Kunden besser erreichen können. Die von der konstituierenden Versammlung vorgeschlagene Offensive im Bereich Mobilität geht eindeutig in diese Richtung. Das Konzept sieht vor, die Attraktivität des Langsamverkehrs und der öffentlichen Verkehrsmittel zu steigern und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der anderen Verkehrsmittel zu erhalten, insbesondere zugunsten der Wirtschaft.

Die Sprachen sind ein Vorteil!

Die Befragten sind sich einig, dass die fusionierte Gemeinde ihre Lage auf der Sprachgrenze nutzen muss. Die Initiativen, die auf eine Stärkung der Sprachkompetenzen der Einwohnerinnen und Einwohner abzielen, sind ein Anreiz für die Unternehmen, auf lokale Arbeitskräfte zu setzen. Die Positionierung auf der Sprachgrenze wird ausserdem als Vorteil wahrgenommen, um Touristen, Studierende und Unternehmen anzuziehen.

Starkes Wachstumspotenzial

Grossfreiburg birgt ebenfalls ein grosses Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, weil sich zahlreiche Standorte mit kantonaler Ausstrahlung im Einzugsgebiet befinden. Die fusionierte Gemeinde bietet einen fruchtbaren Boden für die Gründung kleiner Unternehmen und Start-Ups sowie auch für die Ansiedlung grosser Unternehmen. Dank der Fusion stünden die verschiedenen Standorte nicht in Konkurrenz zueinander, sondern könnten Synergien bilden. Die gesamte Bevölkerung würde von neuen Unternehmensniederlassungen profitieren, während der Wegzug von Unternehmen die Gemeinschaft weniger treffen würde.

Die Gemeinde als Vermittlerin

Die Ad-hoc-AG Wirtschaft schreibt der fusionierten Gemeinde eine Vermittlerrolle für die Unternehmen zu. Die Schaffung eines zentralisierten Schalters, der den Unternehmen übergreifende Dienstleistungen anbietet, ist ein wichtiger Schritt. Das Fusionskonzept sieht die Ausdehnung von bewährten Praktiken vor. So könnte etwa der Handlungsbereich von Effort Fribourg SA, das Unternehmen Mikrokredite anbietet, auf das gesamte Einzugsgebiet ausgeweitet werden. Grossfreiburg ist ausserdem aufgefordert, an den Rahmenbedingungen zu arbeiten, insbesondere in Bezug auf die Gestaltung des öffentlichen Raumes, flexible Arbeitsbedingungen und die Qualität der Dienstleistungen.

 

Weiterführende Informationen:

 

(1) Konsultierte Organisationen: Freiburger Verband des Handels, des Handwerks und Dienstleistungen, Association des intérêts des commerçants et des artisans des quartiers de la Basse-Ville de Fribourg, Association des commerçants de la rue de Lausanne et du quartier du Bourg, Association des intérêts de la Rue de Romont et des Rues adjacentes, Association des Commerçants, Artisans et Industriels de Pérolles, Association Fribourg Centre, Association des indépendants, commerçants et artisans de Belfaux, Association des commerçants et artisans d'Avry-Bourg, Gastro Fribourg Sektion, Fribourg Hotels, Freiburg Tourismus, Forum Fribourg, TRADE Fribourg, Association des entreprises de Moncor, Marly Innovation Center, BlueFACTORY, Association des entreprises de Givisiez et de Corminboeuf, Handels- und Industriekammer des Kantons Freiburg, Wirtschaftsförderung der Agglomeration Freiburg, Wirtschaftsförderung der Stadt Freiburg, FriUp.