News
21.04.2021 |
Sitzungen

Für den Erhalt der pragmatischen Zweisprachigkeit

Die Vorschläge zur Beibehaltung der Praxis der pragmatischen Zweisprachigkeit in Grossfreiburg wurden von den Delegierten der konstituierenden Versammlung einstimmig abzüglich zweier Gegenstimmen angenommen. Damit ermöglicht sie den 8’000 deutschsprachigen Einwohnerinnen und Einwohnern der neun Gemeinden im Fusionsgebiet, in ihrer Muttersprache am öffentlichen Leben der fusionierten Gemeinde teilzunehmen. Das Projekt wird als Bereicherung für die Wirtschafts- und Kulturpolitik der Kantonshauptstadt gesehen.

Die konstituierende Versammlung Grossfreiburgs hat die Vorschläge der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Sprachen (AG Sprachen) einstimmig abzüglich zweier Gegenstimmen angenommen. Eine grosse Mehrheit der Delegierten aus den neun Gemeinden des Einzugsgebiets sprach sich für die Beibehaltung der pragmatischen Zweisprachigkeit aus, die derzeit in der Gemeinde Freiburg praktiziert wird. Ausgedehnt auf das Gebiet Grossfreiburgs ermöglicht diese Praxis den 8’000 deutschsprachigen Personen, in ihrer Muttersprache am öffentlichen Leben teilzunehmen. Konkret bedeutet dies, dass sie sich auf Deutsch an die Behörden wenden können (die konstituierende Versammlung nahm stillschweigend den Vorschlag an, festzulegen, dass die Antwort in deutscher Sprache innerhalb einer angemessenen Frist zu erfolgen hat), und an politischen Debatten teilnehmen können, dass sie ihr Wahlmaterial auf Deutsch erhalten und ihre Kinder in deutschsprachige Klassen des öffentlichen Schulsystems schicken können.

Mit diesem Beschluss stellt die konstituierende Versammlung Grossfreiburgs sicher, dass die Fusion Grossfreiburgs eine Gelegenheit sein wird, die in Freiburg angewandte pragmatische Zweisprachigkeit zu stärken. Dies ist im gemeinsamen Interesse der französischsprachigen Mehrheit und der deutschsprachigen Minderheit. Zu diesem Zweck schlägt sie die Schaffung einer Delegiertenstelle für Zweisprachigkeit in der fusionierten Gemeinde vor.

Die Fusion ist gut für Kultur, Wirtschaft und Politik

Die Delegierten der Gemeinden verabschiedeten auch die Positionspapiere der AG Kultur und der AG Wirtschaft. Diese Gruppen zeigten auf, dass die Fusion Grossfreiburgs den Erwartungen der Akteure aus Wirtschaft und Kultur entspricht. Insbesondere ist die Fusion eine Chance, die Kantonshauptstadt mit einer ambitionierten Kulturpolitik auszustatten und eine Offensive zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu starten. Das Positionspapier der AG Politik wurde ebenfalls genehmigt. Es zeigt auf, dass die Fusion die Möglichkeit bietet, die politische Partizipation und die demokratische Kontrolle zu stärken.